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Mazenodfamilie

„Meine Gefährten und ich verzeihen euch aus tiefstem Herzen“

22 Männer zwischen 18 und 54 Jahren, die hingerichtet wurden – ohne Prozess, ohne Anklage, nur, weil sie Ordensleute waren. So geschah es den spanischen Oblatenmärtyrern 1936.

Verfolgung im Bürgerkrieg

1936 war das erste Jahr des spanischen Bürgerkriegs, der bis 1939 dauerte. Darin kämpften  Republikanern und nationalistischen Putschisten um die Herrschaft in Spanien.

Eine Folge des Spanischen Bürgerkriegs war die religiöse Verfolgung. Schon die republikanische Ordnung seit 1931 beschnitt die traditionelle Stellung der katholischen Kirche. Hinzu kam die antikirchliche Grundeinstellung vieler Liberaler, Linker und Sozialisten, die in der Republik eine entscheidende Rolle spielten

So kam es während des Bürgerkrieges zu antikirchlichen Ausschreitungen und zur Verfolgung vieler treuer Katholiken. In einem Bericht über die religiöse Verfolgung in Spanien wird die Zahl der Ermordeten auf mindestens 6.932 Personen geschätzt: 12 Bischöfe, 4.172 Diözesanpriester, 2.365 Ordensmänner und 283 Ordensfrauen. Wie viele Laien für ihren Glauben gestorben sind, konnte nie festgestellt werden.

Sturm auf das Oblatenkloster

Die spanischen Oblatenmäyrter lebten im Oblatenkloster, das 1929 im Stadtteil Estación von Pozuelo de Alarcón nahe Madrid gegründet worden war. Das dortige Scholastikat war das Zentrum der Ausbildung; einige Priester dienten als Seelsorger für drei Schwesterngemeinschaften; die Oblaten übernahmen auch pastorale Dienste in den umliegenden Pfarreien, vor allem das Hören der Beichte und Predigten; Oblatenscholastiker gaben zudem Katechismusunterricht in den umliegenden Pfarreien. Trotz der aufgeheizten Stimmung um sie herum verhielten sich besonnen und verpflichteten sich, auf keine Provokation durch linke Gruppen zu reagieren.

Am 20. Juli 1936, kurz nach Beginn des Bürgerkriegs, gingen sozialistische und kommunistische Jugendliche auf die Straße und begannen, Kirchen und Klöster anzuzünden, insbesondere in Madrid. Die Miliz von Pozuelo griff eine Kapelle im Viertel Estación an. Sie warfen Messgewänder und Bilder auf die Straße und zündeten sie an. Anschließend brannten sie die Kapelle nieder.

Am 22. Juli stürmte ein großes Aufgebot der Miliz das Haus der Oblaten. Als erstes trieben sie die 38 Ordensleute zusammen, die im Refektorium ihres Hauses gefangen gehalten wurden.

Die ersten Hinrichtungen

Am 24. Juli, gegen drei Uhr morgens, wurden die ersten sieben Oblaten hingerichtet. Ohne jegliche Erklärung wurden sie in zwei Autos verladen und an einem anderen Ort erschossen.

Am 25. Juli wurden 15 Oblaten unerwartet freigelassen. Sie suchten Zuflucht in Privatwohnungen. Der Provinzial brachte sich selbst in Gefahr, um ihnen Mut zu machen und die Kommunion zu bringen.

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Doch im Oktober wurden sie erneut gejagt und gefangen genommen, erlitten Hunger, Kälte und Angst. Einige Überlebende berichten, wie sie mit heldenhafter Geduld diese schwierige Situation ertrugen und sich auf das mögliche Märtyrium vorbereiteten. Unter den Oblaten herrschte ein Geist der Nächstenliebe und eine Atmosphäre des stillen Gebets.

Am 7. November 1936 wurden zwei weitere von ihnen hingerichtet. Am 28. November 1936 erfolgte dann die Ermordung der 13 verbliebenen Oblaten. Wie schon zuvor gab keine formellen Anklagen, kein Urteil, keine Verteidigung, keine Erklärung.

Keine Reue, aber Vergebung aus tiefstem Herzen

Laut dem Totengräber sagte Pater Francisco Esteban Lacal: "Wir wissen, dass ihr uns tötet, weil wir Katholiken und Ordensleute sind. Das sind wir. Meine Gefährten und ich verzeihen euch aus tiefstem Herzen. Lang lebe Christus der König!"

Im Seligsprechungsprozess wurde deutlich, dass die Oblatenmissionare im Bekenntnis zum Glauben und in der Vergebung ihrer Peiniger starben; keiner von ihnen hat trotz der psychischen Folter während der grausamen Gefangenschaft den Glauben verleugnet noch seine Berufung zum Ordensleben bereut.

Die 22 Oblaten wurden am 17. Dezember 2011 gemeinsam mit Cándido Cástan, einem Familienvater, seliggesprochen. Der Gedenktag der spanischen Oblatenmärtyrer ist der 28. November.