Gemeinschaft auf dem Weg
Die Idee, eine kleine Gemeinschaft von Laien zu gründen, die zusammenleben, entstand im Jahr 2019 durch drei Assoziierte. Die Vision, die unter den Assoziierten schon länger präsent war, erhielt durch den Umzug eines von ihnen aus Mähren nach Westböhmen eine konkrete Gestalt. Ziel war es, eine Gemeinschaft zu gründen, die ein tieferes geistliches Leben führt, den Alltag teilt und gemeinsam das Evangelium trägt.
Doch schon bald verließ einer der ursprünglichen Gründer die Gemeinschaft – so blieben nur zwei übrig. Da eine echte Gemeinschaft erst durch das Zusammenleben von mindestens drei Personen entsteht, entschieden wir Oblaten uns, diese Initiative zu unterstützen und sie um ein Mitglied von uns zu ergänzen. Daher trat ich als Oblate in die entstehende Gemeinschaft ein. Es war kein im Voraus geplanter Schritt, sondern eine natürliche und in der Situation logische Entscheidung, durch die sich die ursprüngliche Version weiterentwickelte.
Beginn während der Pandemie
Die Form unseres Zusammenlebens war vielfältig, da wir uns mitten in der Covid-Pandemie befanden. Die Gemeinschaft lebte zunächst in einer Wohnung in Pilsen, während wir Oblaten in Plasy wohnten. Aus meinen gelegentlichen Besuchen in Pilsen wurden nach und nach regelmäßige Wochen des gemeinsamen Lebens. So teilte ich meine Zeit zwischen der Kommunität in Plasy und der Laiengemeinschaft in Pilsen auf.
Die Pandemie wurde zu einer großen Prüfung vor allem für die Laien – persönliche Begegnungen waren eingeschränkt, sodass ein beträchtlicher Teil des gemeinschaftlichen Lebens in den Online-Bereich verlegt wurde – was paradoxerweise neuen Raum für weitere Assoziierte öffnete, die sich auf diese Weise anschließen und diese herausfordernde Zeit mit uns gemeinsam erleben konnten. Ihre Präsenz und Unterstützung aus der Ferne trugen zweifellos dazu bei, dass die Gemeinschaft diese Phase überstand.
Nach dem Ende der Pandemie kehrte unser Alltag allmählich zu einem relativ normalen Rhythmus zurück. Ich wechselte wieder wochenweise zwischen Pilsen und Plasy; die beiden Laien – Jiří und Zuzka – gingen ihrer Arbeit nach.
Zugleich spürten wir alle: Die Pilsener Wohnung bot keinen ausreichenden Raum für die weitere Entwicklung der Gemeinschaft – wir waren im Großstadtanonymen verborgen, ohne Möglichkeit, Gäste einzuladen oder ein gastfreundliches Umfeld zu schaffen.
Dennoch hatte unsere Wohnung einen besonderen Bewohner: den Kater Sean Paul. Er wurde zu einer Art „Gemeinschaftstherapeut“, zu einer Quelle der Freude, der Dank ihm konnten wir manche schwierige Momente mit größerer Leichtigkeit bewältigen. Heute kann ich sagen: Ein geeignetes Tier bereichert eine Gemeinschaft wesentlich – es schafft eine Atmosphäre der Gastfreundschaft, Freude und alltäglichen Zusammenarbeit.
Eine neue Heimat
Kurz darauf kam es zu einer wichtigen Entwicklung: Die Diözese suchte einen Priester für zwei Pfarreien, die an unsere damaligen Gemeinden angrenzten – Dolní Bělá und Ledce. Gleichzeitig wurde das große Pfarrhaus in Dolní Bělá frei. Wir sahen darin die Chance, eine wirkliche Gemeinschaft der Gastfreundschaft zu werden.
Ich übernahm den Dienst des Administrators beider Pfarreien und begann gemeinsam mit den neuen Pfarrangehörigen, das Pfarrhaus für das gemeinschaftliche Leben umzugestalten. Die umfangreichsten Arbeiten betrafen die Heizung und bauliche Veränderungen, durch die mehrere Zimmer sowie schöne Gemeinschaftsräume entstanden.
Nach der Renovierung des Pfarrhauses zog ich nach Dolní Bělá um. Damit entstand eine „Fulltime“-Laien-Oblatengemeinschaft. Erst jetzt mussten wir uns wirklich aneinander gewöhnen. Für diese Zeit bin ich bis heute sehr dankbar.
Kleinere Konfrontationen, Klärungen unserer Rollen und die Suche nach einem gemeinsamen Rhythmus ließen nicht auf sich warten. Wir stießen auf Unterschiede zwischen Ordens- und Laienlebensweise, aber auch auf verschiedene Vorstellungen von der Offenheit des Pfarrhauses nach außen.
Für mich persönlich war es zudem eine Phase der ersten intensiveren Korrekturen aus weiblicher Perspektive – etwas, das ich als Mitglied einer Ordensgemeinschaft von Männern bis dahin nicht kennengelernt hatte.
Ein Haus mit missionarischem Ausdruck
Im Laufe der Zeit verabschiedeten wir uns von Zuzka, die in der Beziehung mit ihrem heutigen Ehemann einen neuen Lebensweg fand. In die Gemeinschaft kam Kačka, die jedoch nach einigen Monaten nach Deutschland zu ihrem damaligen Partner zog.
Zur selben Zeit kamen unsere ausländischen Brüder Janith und Mamy nach Dolní Bělá, die sich mir im Pfarrhaus anschlossen und bis heute hier leben.
Nach einer Phase des Einlebens wurde das Pfarrhaus in Dolní Bělá zu einem echten Haus der Gastfreundschaft mit offenen Türen – und ich denke, auch zu einem starken Zeichen für die ganze Umgebung.
Wir haben damals einen Weg eingeschlagen, der uns bis heute begleitet und in mancher Hinsicht zu noch größerer Offenheit führt. Für Janith und Mamy ist das offene Haus ein natürlicher missionarischer Ausdruck. Und da diese Gemeinschaft immer in Veränderung gelebt hat, bin ich gespannt, wohin der Herr uns als Nächstes führen wird.