Sucht behandeln, Würde wiederherstellen
Christliche Kirchen im nordöstlichen indischen Bundesstaat Meghalaya kooperieren mit der Regierung, um eine schwere Drogenkrise in der Bevölkerung zu bekämpfen.
Offiziellen Schätzungen zufolge sind fast 10 Prozent der 3,2 Millionen Einwohner des Bundesstaates Meghalaya von Drogenmissbrauch betroffen. Bischof Andrew R. Marak von Tura sagte, Drogenmissbrauch sei insbesondere unter jungen Menschen ein großes Problem geworden.
Vertreter verschiedener Konfessionen trafen sich am 23. April mit einem Team der staatlichen Drogenbekämpfungs-, -eliminierungs- und -aktionsmission (DREAM), die ein kirchliches Gelände in Tura als geeigneten Standort für die Einrichtung eines Rehabilitationszentrums identifizierte.
DREAM-Direktor Francis Kharshiing sagte, die Zusammenarbeit der Regierung mit den Kirchen sei ein wichtiger Schritt hin zu einer mitfühlenderen und gemeinschaftsorientierten Antwort auf die Drogenkrise.
„Durch die Kombination von Ressourcen, Vertrauen und Basisarbeit wollen wir nicht nur die Sucht behandeln, sondern auch die Würde wiederherstellen, Leben neu aufbauen und zukünftige Generationen schützen“, sagte er.
Pater Benoy Joseph, Leiter des Sozialzentrums in der Diözese Tura, sagte, christliche Institutionen seien in Meghalaya seit langem in den Bereichen Bildung, Gesundheitswesen und soziale Projekte aktiv.
Pater Joseph hoffte, dass die gemeinsame Anstrengung von Kirche und Behörden „den von Suchtproblemen betroffenen Gemeinden echte Vorteile bringen würde“.
Christen machen etwa 83 Prozent der 3,2 Millionen Einwohner Meghalayas aus. Die Nähe des Bundesstaates zum berüchtigten Goldenen Dreieck – den Grenzgebieten von Myanmar, Thailand und Laos – habe die Lage schwerer kontrollierbar gemacht, erklärten die Behörden. Zwei weitere indische Bundesstaaten mit christlicher Bevölkerungsmehrheit – Nagaland (87,93 Prozent Christen) und Mizoram (87,16 Prozent) – befinden sich ebenfalls in dieser Region.