Oberstes indisches Gericht will Gewalt gegen Christen aufklären
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Freitag, 9. Januar 2026

Oberstes indisches Gericht will Gewalt gegen Christen aufklären

Neu-Delhi  – Indiens Oberster Gerichtshof hat eine neue Untersuchung zur möglichen Beteiligung des früheren Ministerpräsidenten des Bundesstaates Manipur, N. Biren Singh, an der ethnisch-religiösen Gewalt gegen Christen im Jahr 2023 angeordnet. Konkret geht es um eine vollständige forensische Analyse einer 48-minütigen Audioaufnahme, wie das Nachrichtenportal Times of India am Donnerstag berichtete. Die Aufnahme soll eine Beteiligung des hindu-nationalistischen Politikers an der Gewalt nahelegen.

Nach Angaben des Gerichts liegen auch bestätigte Vergleichs-Sprachaufnahmen Singhs vor. Diese sollen zusammen mit der fraglichen Tondatei an die Nationale Universität für Forensische Wissenschaften im westindischen Gandhinagar übermittelt werden. Die erneute Untersuchung war von einem Anwalt der Kuki Organisation for Human Rights erwirkt worden. Zuvor hatte eine staatliche Untersuchungskommission Singh entlastet und erklärt, die Audioaufnahme sei manipuliert worden.

Singh war im Februar 2024 unter politischem Druck von seinem Amt zurückgetreten. Er gehörte der hindu-nationalistischen Indischen Volkspartei (BJP) von Premierminister Narendra Modi an. Die christliche Minderheit der Kuki geht davon aus, dass staatliche Stellen an der Gewalt beteiligt waren, die von Angehörigen der hinduistischen Mehrheitsethnie der Meitei ausging.

Die Unruhen waren im Mai 2023 ausgebrochen, nachdem Angehörige der Kuki gegen eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von Manipur protestiert hatten, den Meitei den Status einer indigenen Bevölkerungsgruppe zuzuerkennen. Dieser Status hätte den hinduistischen Meitei wirtschaftliche und soziale Privilegien verschafft – auf Kosten der Kuki. Nach offiziellen Angaben kamen bei den Ausschreitungen 258 Menschen ums Leben, mehr als 1.100 wurden verletzt. Rund 60.000 Menschen flohen, über 500 religiöse Gebäude wurden zerstört oder beschädigt. (KNA)