Kirche verstärkt Vermittlungsbemühungen zwischen Kuba und den USA
Washington/Havanna - Während Donald Trump am Wochenende öffentlich über einen bevorstehenden Zusammenbruch des kommunistischen Regimes auf Kuba spekulierte, laufen im Hintergrund intensive diplomatische Vermittlungsbemühungen. Federführend beteiligt: die katholische Kirche. Wie kubanische Exil-Medien unter Berufung auf die US-Botschaft in Havanna berichten, traf sich kürzlich der Koordinator für kubanische Angelegenheiten im US-Außenministerium, Rob Allison, in Kubas Hauptstadt mit führenden Kirchenvertretern.
Ein von der Botschaft veröffentlichtes Foto zeigt Allison und den Diplomaten Mike Hammer neben Havannas Kardinal Juan de la Caridad García Rodríguez und Bischof Arturo González aus der Diözese Santa Clara. Thema der Unterredung war nach offiziellen Angaben die humanitäre Hilfe der Trump-Regierung in Zusammenarbeit mit der Caritas. Zudem sei über die Notwendigkeit gesprochen worden, die Situation auf Kuba zu verbessern.
Nach verheerenden Wirbelstürmen vor einigen Wochen hatten die USA trotz der anhaltenden politischen Spannungen Hilfsgüter nach Kuba geschickt. Zu den kurzfristig bereitgestellten Mitteln in Höhe von drei Millionen Dollar wurden jetzt noch einmal sechs Millionen Dollar zugesagt. Die Güter sollen in vorverpackten Paketen aus Miami verschickt und mit Hilfe der Kirche auf der Insel verteilt werden. So wollen die USA offenbar eine Einmischung der kubanischen Behörden bei der Verteilung verhindern, um sicherzustellen, dass die Hilfe wirklich bei den Bedürftigen ankommt.
„Die Methode hat sich als sehr wirksam erwiesen“, hieß es in einer vom US-Außenministerium verbreiteten Erklärung. Auf diese Weise nehme man den kommunistischen Machthabern die Möglichkeit, die Lieferungen für eigene Zwecke umzuleiten.
Das jüngste Treffen in Havanna fällt in eine ganze Reihe hochkarätiger Begegnungen unter Beteiligung der USA, Kubas und der Kirche. Das ist kein Zufall: Papst Leo XIV. hatte Ende Februar Kubas Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla in Privataudienz empfangen. Zuvor war bekannt geworden, dass der US-Gesandte auf Kuba, Mike Hammer, ebenfalls Gespräche im Vatikan geführt hatte.
Der gebürtige US-Amerikaner Leo XIV. rief überdies öffentlichkeitswirksam zum Dialog zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten auf. Dabei griff er jüngst eine Erklärung der kubanischen Bischöfe auf. Die wiederum hatten angesichts der schlechten Versorgungslage vor einem sozialen Chaos gewarnt. „Kuba braucht Veränderungen – und diese werden immer dringlicher“, so die Geistlichen. Zugleich erklärten sie sich bereit, zwischen den verfeindeten Staaten zu vermitteln.
All diese Bemühungen zeigen offenbar Wirkung. Vor wenigen Tagen kündigte das US-Finanzministerium an, die Öl-Sanktionen zu lockern, die die ohnehin schon katastrophale Versorgungslage auf Kuba weiter verschärft hatten. Demnach dürfen US-Firmen venezolanisches Öl an Kuba weiterverkaufen – allerdings nur an privatwirtschaftliche Unternehmen. Bei einem Treffen am Wochenende in Miami mit konservativen Staatschefs aus Lateinamerika sagte Trump vieldeutig: „Ich werde mich um Kuba kümmern.“ (KNA)