Orientierung
Stichwort: Erscheinung des Herrn

Dreikönigstag und Weihnachtszwölfer

Bei traditionellen Weihnachtskrippen konnte man bis gestern nur die Heilige Familie betrachten, Maria und Josef und das Jesuskind, dazu noch die Hirten. Bis gestern war das Kind in der Krippe umgeben von lauter gläubigen Angehörigen seines eigenen Volkes, als dessen Retter und Messias es geboren war. Heute stehen drei neue Gestalten an der Krippe, die Heiligen Drei Könige. Mit ihnen sind jene Sterndeuter gemeint, die vom Stern nach Betlehem geführt worden waren; dort fanden sie das Jesuskind, fielen vor ihm nieder und huldigten ihm. Diese suchenden Menschen kamen von weither aus dem Osten und waren Heiden; sie repräsentieren an der Krippe die Menschen jenseits der Grenzen Israels.   Das ist die frohe Botschaft des Hochfestes Erscheinung des Herrn: Gottes Sohn ist Mensch geworden, um alle Menschen zu retten. Bei der Geburt Jesu ist sichtbar geworden: Gottes Barmherzigkeit und Güte ist unbegrenzt.

In der Bibel berichtet übrigens nur das Matthäusevangelium (Mt 2,1-16) von den Sterndeutern. In der katholischen Kirche  das heute Hochfest offiziell als Erscheinung des Herrn bezeichnet, gebräuchlicher sind oft aber „Dreikönigsfest“, „Dreikönigstag“ oder „Heilige Drei Könige“. In Österreich ist dieser Tag auch als „Weihnachtszwölfer“ bekannt. In den Tagen um das Fest sind traditionell als Sternsinger verkleidete Kinder und Jugendliche unterwegs. Sie segnen Wohnungen und Häuser und sammeln Spenden für Kinder in Not.

Im Gegensatz zu Katholiken und Protestanten, die heute Erscheinung des Herrn begehen, beginnen Orthodoxe, die sich mit Ausnahme der griechisch-orthodoxen Kirche, am Julianischen Kalender orientierten, heute mit ihren Weihnachtsfeierlichkeiten. In Länder wie Russland, Georgien, Armenien, Weißrussland, Serbien, Ägypten, Äthiopien und Kasachstan wird der 1. Weihnachtstag am 7. Januar gefeiert, der 6. Januar ist für sie der Heilige Abend. In der Ukraine wurde 2022 zum ersten Mal offiziell am 25. Dezember Weihnachten gefeiert, um sich so vom russischen Aggressor abzugrenzen.