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Orientierung
Das Vorbild der Heiligen
Arnold Janssen

Vertrauen ist besser

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“, heißt es im Volksmund. Wussten Sie aber, dass dieses Sprichwort vom kommunistischer Revolutionär Wladimir Iljitsch Lenin (1870-1924) stammt? Der sowjetische Diktator soll es oft in Anlehnung an die russische Redensart „Vertraue, aber prüfe nach“ gebraucht haben. Soll man sich tatsächlich nur auf das verlassen, was man auch nachgeprüft kann? Lenin war von der Kontrolle des öffentlichen und intellektuellen Lebens im Sinne seiner Maxime überzeugt. Politische Gegner, Wissenschaftler, Künstler, Intellektuelle, Studenten wurde zwanghaft von seiner Geheimpolizei verfolgt. 70.000 Gotteshäuser wurden geschlossen. Allein 14.000 orthodoxe Geistliche, Nonnen und Laien wurden auf sein Geheiß ermordet. Das Extrem zeigt, was es bringt, wenn man kein Vertrauen hat.

Die Heiligen waren Frauen, Männer und Kinder, die unerschütterliches Gottvertrauen aufbrachten. Arnold Janssen, der 2003 in Rom heiliggesprochen wurde, ist das nur ein Beispiel unter vielen. Er ist der Gründer von gleich drei Ordensgemeinschaften und gilt als einer der Bahnbrecher der modernen katholischen Missionsbewegung. Sein Gedenktag ist der 15. Januar.   

Wir leben in einer Zeit, wo vieles zugrunde geht; aber gerade deshalb muss anderes neu entstehen

Arnold Jansen

Ein Blick in die Vergangenheit: Wer war der hl. Arnold Janssen?

Arnold Janssen stammt aus Goch am Niederrhein, wo er am 5. November 1837 geboren wurde. Die Priesterweihe empfing er 1861. Im Jahr 1867 wurde er zum Diözesandirektor des „Gebetsapostolates zur Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu“ ernannt. Diese Arbeit öffnete ihm den Blick für die Probleme der Weltkirche und führte 1875 konsequent zur Gründung des „Missionshauses Steyl“ in den Niederlanden.

Mit der Errichtung dieser Institution zur „Ausbildung von Priester und Brüdern für den Dienst als Missionar“ war die Gründung der „Gesellschaft des Göttlichen Wortes“ verbunden. Schon 1879 wurden die ersten „Steyler Missionare“ nach China entsandt. Gleichzeitig förderte Arnold Janssen das katholische Presseapostolat, um das Missionsanliegen noch besser bekannt zu machen. 1889 veranlasste er die Gründung der Kongregation der „Dienerinnen des Heiligen Geistes“. Bereits 1895 brachen die ersten Schwestern nach Argentinien auf. 1896 folgte die Gründung eines kontemplativen Zweiges: die „Dienerinnen des Heiligen Geistes von der ewigen Anbetung“.

Arnold Janssen starb am 15. Januar 1909 in Steyl. Sein Lebenswerk trägt bis heute Früchte. Die drei Ordensgemeinschaften wuchsen sehr schnell. Heute arbeiten Steyler Missionarinnen und Missionare in über 70 Ländern der Erde. 

Ein Blick in die Zukunft: Was könnte der hl. Arnold Janssen von mir wollen?

Arnold Janssens Leben war gekennzeichnet von einer ständigen Suche nach dem Willen Gottes und einem unerschütterlichen Vertrauen in die göttliche Vorsehung: Was will Gott von mir? Heute und in Zukunft? Egal was kommt, Gott wird mit mir sein! Diese Überzeugung hat Arnold Jansens Selbstvertrauen immens gestärkt. In dieser Haltung hat er seine Missionarinnen und Missionaren unterweisen. Er hat ihnen so sehr vertraut, dass er nie selbst in eines der Missionsländer reisen musste.     

Die Haltung Arnold Janssens steht gegen unseren Zeitgeist. Wir sagen immer noch unbedacht: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ Dabei merken wir kaum, dass wir damit selbst letztlich der Maßstab unseres Denkens und Tuns bleiben. – Der hl. Arnold hat es anders gehalten: „Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser“. Er hat sehr diszipliniert seine Kräfte Gott zur Verfügung gestellt. Ein Missionswerk war, ist und bleibt immer Werk Gottes. 

Vorschau Hochgrab von Arnold Janssen - Sankt Michael in Steyl (NL) / Foto: Rolfcosar (Wikimedia)
Hochgrab von Arnold Janssen - Sankt Michael in Steyl (NL) / Foto: Rolfcosar (Wikimedia)

Gedenktag des hl. Arnold Jansen ist der 15. Januar