Orientierung
Stichwort: Lucia/Luzia

Das Fest der Lichtträgerin

Die heilige Lucia (Luzia) soll im dritten Jahrhundert in Syrakus auf Sizilien gelebt haben. Übersetzt heißt ihr Name „die Leuchtende“ oder die „Lichtträgerin“. Nach dem Tod ihres Vaters wurde ihre Mutter krank, und Lucia unternahm laut Legende eine Wallfahrt zum Grab der heiligen Agathe, um für die baldige Genesung der Mutter zu beten, die daraufhin tatsächlich gesund wurde.

Lucia beschloss daraufhin, ein frommes Leben zu führen. Die Legende besagt, dass sie während der Zeit der Christenverfolgung ihren Glaubensgenossen Brot in die Verstecke brachte. Um in der Dunkelheit den Weg besser zu finden und dennoch zum Tragen der Speisen beide Hände frei zu haben, setzte sie sich einen Lichterkranz auf den Kopf.

Als sie sich weigerte zu heiraten, wurde sie als Christin erkannt, was damals mit dem Tod bestraft wurde. Die Überlieferungenüber ihr Martyrium sind zahlreich. So heißt es, dass man Lucia die Augen ausgestochen habe. Einer anderen Legende zufolge hat man sie mit siedendem Öl übergossen

und ihr ein Schwert in die Kehle gestoßen. Doch trotz dieser Folter habe die Heilige überlebt und sei erst Jahre danach gestorben, wohl an einem 13. Dezember. An diesem Tag wird vor allem in Schweden das vorweihnachtliche Lucia-Fest mit stimmungsvollem Brauchtum gefeiert. Im ganzen Land starten dann mit Einsetzen der Dämmerung Prozessionen von Lucia-Darstellerinnen in weißen Gewändern mit einer Lichterkrone und ihrem Gefolge - Sternknaben, Pfefferkuchenmännchen und Wichte. In den Kirchen singen die jungen Sängerinnen und Sänger später traditionelle Lieder, allen voran das bekannte „Santa Lucia“. Beliebt ist auch der „Lussekatter“, ein Hefegebäck mit Safran und Rosinen. Inzwischen wird das Fest auch in manchen Regionen in Deutschland gefeiert, etwa beim Lucia-Markt in Rech im Ahrtal. Die heilige Lucia gilt - sicher wegen der Bezüge zum Licht - als Schutzpatronin der Augenkranken.