Orientierung
Stichwort: Unbeleckte Empfängnis

Das falschverstandene Fest

Für viele Menschen klingt der Name des heutigen Festtags unmodern, ja sogar anstößig. „Unbefleckte Empfängnis“ oder wie es offiziell heißt „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“ sind schwierige Namen. Weil sie schwer zu verstehen sind, hatten einige Theologen die Idee, den Namen des Festes in „Erwählung Mariens“ zu ändern, was sich aber nicht durchgesetzt hat. Doch genau darum geht es heute und nicht um die Frage der Jungfräulichkeit Mariens. Es geht um ihre Empfängnis, d. h. um den Beginn des Lebens Mariens selbst. Von Anfang an hat Gott einen Plan mit ihr. Sie soll die Mutter seines Sohnes sein, und er hat ihr alle Gaben und Talente geschenkt, die dazu nötig sind.

In seinen Überlegungen zum heutigen Fest lenkt Papst Franziskus unseren Blick auf die Gottesmutter als „ein Mädchen aus Nazaret, einer kleinen Ortschaft Galiläas am Rand des Römischen Reichs. Auf jenes Mädchen jenes fernen Dorfes, auf ihr ruhte der Blick des Herrn, der sie auserwählt hat, die Mutter seines Sohnes zu sein. Im Hinblick auf diese Mutterschaft ist Maria vor der Erbschuld bewahrt worden, das heißt, vor jenem Bruch in der Gemeinschaft mit Gott, mit den anderen und mit der Schöpfung, der jeden Menschen in der Tiefe verletzt. Doch dieser Bruch ist im Voraus in der Mutter dessen geheilt worden, der gekommen ist, um uns von der Knechtschaft der Sünde zu befreien“.

Gott hat Maria von Beginn an für ihre Lebensaufgabe ausgerüstet, das ist die Kernaussage des Festtages. Theologischer ausgedrückt: Gott hat Maria schon im Moment ihrer eigenen Empfängnis von dem Makel der Erbsünde befreit, damit sie Mutter des Erlösers für eine erlösungsbedürftige Menschheit werden kann. Das bringt auch das Tagesgebet des Hochfestes zum Ausdruck.

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Gott hat Maria von Beginn an für ihre Lebensaufgabe ausgerüstet.

Vorschau
Der hl. Eugen betet vor der Marienstatue