In Venezuela beginnt sich die Hilfe zu strukturieren
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Mittwoch, 8. Juli 2026

In Venezuela beginnt sich die Hilfe zu strukturieren

Nach dem schweren Doppel-Erdbeben in Venezuela vor anderthalb Wochen stellen die Hilfsorganisationen von Nothilfe auf die strukturierte Unterstützung der Opfer um. 

So koordiniert die katholische Kirche in Kolumbien koordiniert ihre Hilfe für die Opfer der Erdbeben in Venezuela über das Nationale Sekretariat für Soziale Seelsorge – Caritas Kolumbien. Dabei wird die Verteilung der Spenden „in Abstimmung mit der Venezolanischen Bischofskonferenz, Caritas Venezuela und dem internationalen Caritas-Netzwerk durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Hilfe diejenigen erreicht, die sie am dringendsten benötigen, und zwar auf organisierte, transparente und zeitnahe Weise.“

Die kolumbianische Bischofskonferenz erklärte, dass seit Beginn des Notstands am 24. Juni Diözesen, Gemeinden und andere kirchliche Einrichtungen, wie beispielsweise Lebensmittelbanken, „Sammlungen, Aufklärungskampagnen, Gebetstage und andere Solidaritätsaktionen organisiert haben, um das venezolanische Volk zu unterstützen“.

Währenddessen wird in den betroffenen Gebieten provisorische Infrastruktur für die Versorgung der Notleidenden errichtet. So legen die Kleinen Schwestern der Armen von Maiquetía, die in der Region ein Krankenhaus betreiben, gegenüber dem beschädigten Komplex ein Feldlazarett an. 

„Hier in La Guaira betreiben wir das San José Krankenhaus, eine Klinik der Versorgungsstufe II mit einem breiten Spektrum an medizinischen Leistungen", so María Yraida Mora Sánchez, Generalvikarin der Kongregation. "Außerdem betreiben wir die Madre Emilia Schule in Maiquetía, weitere Gesundheitszentren in Caracas und ein Seniorenheim. Das San José Krankenhaus wurde jedoch schwer beschädigt und ist nicht mehr nutzbar. Wir erhalten Unterstützung vom Italienischen Roten Kreuz, AVESSOC (dem venezolanischen Verband christlich orientierter Gesundheitsdienste) und von Ärzten unserer eigenen Gemeinde, die in der Padre Machado Klinik und im San José Krankenhaus tätig sind. Wir arbeiten in Zelten und provisorischen Unterkünften und tun alles, um die Räumlichkeiten nutzbar zu machen. Hier leisten wir medizinische Versorgung, obwohl viele unserer Mitarbeiter und Freiwilligen selbst von der Katastrophe betroffen sind. Täglich besuchen wir auch Zeltlager, in denen vertriebene Familien untergebracht sind, und bringen ihnen Wasser, Lebensmittel, Medikamente und andere lebensnotwendige Güter. Inmitten dieser Tragödie dürfen wir Patienten mit chronischen Erkrankungen – wie Bluthochdruck, Diabetes oder Epilepsie – nicht vergessen. Sie benötigen weiterhin Betreuung und Zugang zu ihren Medikamenten, damit sich ihr Zustand nicht verschlechtert.“

Bei den schwersten Erdbeben in Venezuela seit gut hundert Jahren kamen nach offiziellen Angaben bislang 3.685 Menschen ums Leben. Gut 30.000 Menschen würden aber noch vermisst. Mindestens 18.000 Menschen seien durch den Einsturz Hunderter Gebäude obdachlos geworden und müssten derzeit in Zelten und Notunterkünften leben.