Solidarität mit den Opfern des Erdbebens in Kolumbien
Freiburg - Nach dem schweren Erdbeben in Kolumbien bereitet die Caritas Nothilfe im Katastrophengebiet vor. "Oberste Priorität hat die Suche nach Überlebenden und ihre Rettung aus den Trümmern", teilte das katholische Hilfswerk Caritas international am Dienstag in Freiburg mit. Besonders schwer betroffen seien Regionen im Westen des Landes.
Dringlich seien medizinische Versorgung, sauberes Trinkwasser, Lebensmittel und ein sicherer Platz zum Schlafen für die Überlebenden. Caritas international gebe 50.000 Euro Soforthilfe. Die Deutsche Welthungerhilfe stellt angesichts der Lage vor Ort nach eigenen Angaben 100.000 Euro Soforthilfe bereit. Um den Betroffenen zu helfen, haben zudem mehrere Lebensmittelbanken und andere katholische Organisationen ihre Protokolle aktiviert, um Spenden zu sammeln und diese so schnell wie möglich an die betroffenen Bevölkerungsgruppen weiterzuleiten. Eine dieser Organisationen sind die Lebensmittelbank der Erzdiözese Bogotá und die Lebensmittelbank der Erzdiözese Bucaramanga, die die Bevölkerung über ihre sozialen Netzwerke zu Geldspenden und verpackten Lebensmitteln aufgerufen haben.
Das Katastrophengebiet erstreckt sich über weite Teile der kolumbianischen Anden- und Pazifikregion. Schwer betroffen sind die Städte Quibdó, Cali, Manizales, Pereira und Armenia. Schwer zugänglich ist laut Caritas die Region Chocó, wo das Epizentrum des Erdbebens lag.
Schwierig sei auch die Kommunikation in die Region, da Stromversorgung und Telekommunikation örtlich unterbrochen seien. "Jetzt zählt schnelle und zielgerichtete Hilfe", erklärte Caritas-Nothilfekoordinator Jonas Brenner in Bogotá. "Wir hoffen, es gelingt uns, schnell bei den Menschen zu sein, da die Caritas und die kirchlichen Gemeinden diese Regionen gut aus ihrer täglichen Arbeit kennen."
Nur wenige Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in Venezuela bebte die Erde mit einer Stärke 7,4 auf der Richterskala am Montagmorgen nahe San José del Palmar im Departamento Chocó. Mittlerweile meldeten die Behörden bereits 224 Tote und mehr als 2500 Verletzte. Rund 2.000 Menschen werden laut Caritas noch vermisst. Es sei das stärkste in Kolumbien registrierte Erdbeben des 21. Jahrhunderts. Nachbeben werden befürchtet. Erst Ende Juni erschütterten ähnlich schwere Erdbeben das Nachbarland Venezuela. Hier wurden nach offziellen Angaben mindestens 6.125 Menschen getötet, Zehntausende leben weiterhin in Notunterkünften. (KNA)