Nachhaltige Entwicklung verlangt das Mitwirken aller
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Sonntag, 23. Oktober 2022
Globale Herausforderungen

Nachhaltige Entwicklung verlangt das Mitwirken aller

Vor 50 Jahren haben die Vereinten Nationen den „World Development Information Day“ (Welttag der Informationen über Entwicklungsfragen), ausgerufen.  Seitdem werden  am 24. Oktober Fragen der Entwicklung und der internationalen Zusammenarbeit in den Blick genommen.

Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) ist ein globaler Plan zur Förderung nachhaltigen Friedens und Wohlstands und zum Schutz des Planeten Erde, der bis 2030 umgesetzt werden soll. Dabei muss besonders auf die schwächsten Regionen und Bevölkerungsgruppen der Welt geschaut werde.

Ein Blick auf die Umsetzung dieser Ziele zur nachhaltigen Entwicklung zeigt, wie weit die internationale Gemeinschaft hinter ihrem Zeitplan zurückliegt. Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze hat das am 17. Oktober anlässlich einer Rede bei der Robert Bosch Stiftung in Berlin sehr anschaulich vor Augen geführt: „SDG 1, keine Armut: Nachdem die Zahl der Menschen in Armut weltweit 30 Jahre lang fast konstant gesunken ist, kommt es in Folge der Covid-19-Pandemie erstmals zu einem erneuten Anstieg von extremer Armut. Besonders betroffen sind Subsahara-Afrika und Südasien, aber auch der Nahe Osten und Nordafrika; 125 Millionen Menschen zusätzlich gelten als extrem arm“, so Ministerin Schulze.

Auch der Krieg in der Ukraine wirkt sich direkt auf die Ziele für nachhaltige Entwicklung aus, besonders auf das Ziel 2, die Bekämpfung des Hungers. Weltweit leiden 828 Millionen unter Hunger „auch durch die unterbrochenen Lieferketten durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine“ stellt die Ministerin fest. Insbesondere in den schon jetzt dürregeplagten Ländern gebe es eine humanitäre Katastrophe. In Äthiopien, Somalia und im Kongo ist ein enormer Anstieg von Hungernden zu verzeichnen.

Momentan liegt die internationale Gemeinschaft hinter den eigenen Ansprüchen zurück. Es braucht ein Zusammenspiel aller Akteure, um die Ziele in den nächsten Jahren noch umsetzten zu können. „Wir alle müssen unser Verhalten ändern, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Staatliches Handeln muss sich noch stärker daran orientieren,“ schreibt die Ministerin den Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, aber jedem Bürger und jeder Bürgerin ins Hausaufgabenheft.