Oblatenmissionare auf Kuba
Vorschau Pater Roger Hallee
Mazenodfamilie
Missionare schreiben
Donnerstag, 22. Januar 2026

Ich werde das kubanische Volk immer lieben

Meine Geschichte als Missionar in Kuba begann 1996, als ich auf Einladung des Generaloberen dorthin reiste, um mir ein Bild von der Lage der katholischen Kirche im Land zu machen. Diese Reise ebnete den Weg für die Gründung einer Oblatenmission im Dezember 1997, mit Unterstützung aus Haiti und Mexiko.

Einige Jahre später, während meiner Tätigkeit als Pfarrer in Bogotá, Kolumbien, bat mich der Generalobere, nach Kuba zurückzukehren, diesmal jedoch als Missionar. Ich kam Anfang August 2014 in Kuba an und wurde herzlich empfangen.

Vorschau Oblaten Kuba
Die Oblatenmissionare auf Kuba kommen aus vielen Ländern. Fotos: OMI World

Vier Oblaten für ganz Kuba – eine große Aufgabe

Mit meiner Ankunft waren wir vier Oblaten in Kuba, verteilt auf zwei Gemeinden: Pater Alberto (aus Argentinien) und ich (ein Amerikaner) Oblaarbeiteten in Catalina, im Bistum Havanna. Zwei Autostunden entfernt, in Los Palacios, im Bistum Pinar del Río, lebten Pater Antonio (aus Mexiko) und Pater Samy (aus Indien).

Als ich nach Kuba kam, stand ich kurz davor, mein 50-jähriges Priesterjubiläum zu feiern. So hatte ich schon viel pastorale Erfahrung gesammelt – erst in Haiti, dann in Kolumbien. Doch nun veränderte sich der Kontext der Seelsorge nochmal radikal. Im kommunistisch regierten Kuba wird das Feld, in dem die Kirche arbeiten darf, anders begrenzt als in den Staaten, die ich bislang kannte.

Ohne Schulen und soziale Projekte beschränkte sich die Kirche oft auf Gotteshäuser. Ich fühlte mich wie in der Zeit der ersten Apostel, begleitete kleine Gruppen und hielt inmitten schwieriger materieller Verhältnisse am Glauben fest.

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„Wer keine Freunde hat, hat kein Leben.“

Kubanisches Sprichwort

Freunde haben – Freude schenken

Es ist schwer, Menschen zu helfen, die von so vielen Sorgen erdrückt werden, weil sie nicht nach einem besseren Leben streben können. Angesichts dieser enormen Herausforderungen im Alltag fällt es ihnen schwer, sich dem Glauben zu widmen. Zwar bleibt er bestehen, doch die Menschen leiden, und die Ausübung des Glaubens ist schwieriger.

Das zwingt uns, unsere Arbeit an die Lebensumstände der notleidenden Menschen anzupassen. Dies ist eine ständige Herausforderung für uns Oblaten und für die kubanische Kirche.

Was mir dabei wirklich geholfen hat, war das ausgeprägte kubanische Gemeinschaftsgefühl. Hier sagt man: „Wer keine Freunde hat, hat kein Leben.“ Und dieses Sprichwort wurde zur Grundlage, auf der wir ein soziales Netzwerk für die Gemeindemitglieder aufgebaut haben.

Darüber teilen wir biblische Betrachtungen, Gemeindemitteilungen, Fotos aus der Gemeinde und persönliche Gedanken.

Ein echtes soziales Netzwerk

Wenn ernste Probleme auftreten – gesundheitliche oder familiäre Schwierigkeiten oder Mangel an Nahrungsmitteln oder Medikamenten –, greift das Netzwerk sofort ein, um Hilfe zu leisten. Wir alle nutzen es täglich, um in Kontakt zu bleiben, auch ich. Mit der Zeit sind wir zu einer großen Familie geworden.

Angesichts der Schwierigkeiten, mit denen die Menschen konfrontiert sind, ist es eine wertvolle Unterstützung, um das Gleichgewicht im Leben der Menschen zu bewahren und ihren Glauben deutlich zu stärken. Dank dieses Netzwerks konnte ich mit meinem Einsatz in Kuba den Menschen in Not wirklich helfen.

Mittlerweile gibt es eine weitere Kommunität in Cojímar – auch sie zeigt: Die Oblaten wollen in Kuba bleiben, um die Kirche zu unterstützen und dem kubanischen Volk in seinem Glaubenskampf beizustehen.

Meine Zeit in Kuba begann schon 1996 und eines ist mir gewiss: Ich werde das kubanische Volk immer lieben.

Ihr Pater Roger Hallée OMI