Eugen wäre stolz auf seine Söhne in Vietnam
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Mazenodfamilie
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Donnerstag, 15. Februar 2024

Eugen wäre stolz auf seine Söhne in Vietnam

Gemeinsam mit Pater Eugene Benedict, dem Generalrat für die Region Asien-Ozeanien, habe ich im November die Delegation der Oblaten in Vietnam besucht. Für uns beide war es der erste Aufenthalt in diesem Land. Es war ein mitbrüderlicher Besuch. Er diente dazu, Leben und Arbeit der Mitbrüder kennenzulernen und die Verbindung zwischen der Delegation und der Kongregation, vertreten durch den Generaloberen mit Rat, zu stärken.

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P. Raymond Mwangala wurde beim Generalkapitel 2022 zum ersten Generalassistenten gewählt

Eine lebendige Minderheit

Die Städte wirken überfüllt von Menschen auf Motorrädern und dicht an dicht gebauten Häusern. Das Land hingegen ist weitläufig und bietet überall viel Grün. Die Menschen waren äußerst freundlich und großzügig. Überall, wo wir hinkamen, wurden wir sowohl von den Oblaten als auch von uns bis dahin Fremden mit viel Großzügigkeit behandelt.

Die Beteiligung am religiösen Leben ist hoch. Es gibt recht viele katholische Kirchen und Ordensgemeinschaften, obwohl der Anteil der Katholiken an der Bevölkerung nur etwa 7 Prozent beträgt. Ein auffälliges Merkmal der Bevölkerung ist die Unterstützung, die der Kirche, einschließlich der Oblaten, entgegengebracht wird. Wir besuchten mehrere Kirchen, die in den letzten 10-20 Jahren gebaut wurden oder sich noch im Bau befinden.

Kein Mangel an Berufungen

Bei unserem Treffen mit Bischof Joseph Tuoc in Phu Cuong sprach er sehr lobend über die Oblaten und ihren Dienst. Die Delegation Vietnam besteht momentan aus 77 voll ausgebildeten Oblaten, 54 Seminaristen, sieben Novizen und acht Vornovizen. Weitere 15 Kandidaten denken momentan über einen Eintritt in die Gemeinschaft nach.

Die Delegation hat vier Ausbildungshäuser: ein Berufungshaus, ein Vornoviziat, ein Noviziat und das Studienhaus. Aufgrund der großen Anzahl von Kandidaten in der Ausbildungsphase nach dem Noviziat lebt die Gemeinschaft in zwei getrennten Gebäuden. Sie bleiben jedoch eine Gemeinschaft und haben täglich gemeinsame Gebete, Mahlzeiten und Treffen.

Arbeit mit indigenen Völkern

Nach unseren Besuchen in den Ausbildungshäusern konnten wir verschiedene Kommunitäten kennenlernen. Eine davon war in Kontum. Hier betreuen fünf Oblaten hauptsächlich die indigene Bevölkerung. Wir konnten drei Orte besuchen, in denen regelmäßig Gottesdienste gehalten werden.

Die von den Oblaten betreuten Gemeinden sind sehr arm. Damit auch Kinder der Gemeinde aus abgelegenen Orten eine Schulbildung bekommen können, leben momentan 24 Schülerin der Mission. Hier erhalten sie neben Unterkunft und Verpflegung auch Religionsunterricht und können die Schule besuchen. Während unseres Treffens mit den Mitbrüdern berichteten sie uns von den Freuden und Herausforderungen, welche die Arbeit in diesem stark kontrollierten Umfeld mit sich bringt.

Von Kontum ausführte uns die Reise nach Ben Den. Wir brauchten fast einen ganzen Tag auf der Straße und mit dem Flugzeug, um in das Bergland im Norden Vietnams zu kommen. Wir erreichten die Gemeinde am späten Nachmittag und wurden von der Hausgemeinschaft herzlich begrüßt. Neben sechs Patres sind hier momentan auch ein Diakon und ein Scholastiker tätig.

Bei unserem Besuch in dieser Gemeinde fielen uns mehrere Dinge sehr positiv auf. Die Oblaten in Ben Den engagieren sich sehr für die Minderheiten, insbesondere für das Volk der Hmong. Die karitativen Tätigkeiten haben einen sehr hohen Stellenwert. Es gibt eine intensive Zusammenarbeit mit Assoziierten und den Priestern der Diözese.

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Zu Besuch in einer Landgemeinde

Herausforderungen und Grund zur Dankbarkeit

Wie bereits erwähnt, werden religiöse Aktivitäten in Vietnam von der Regierung streng kontrolliert. Alle pastoralen Aktivitäten müssen vorab von der Regierung und den Diözesanbehörden genehmigt werden, was die Möglichkeiten einschränkt. Nach interessanten Begegnungen in Ben Den setzten wir unsere Reisefort. Wir fuhren mehrere Tagelang über Schlaglochpisten und Bergpfade, um Mitbrüder und ihre Missionen kennenzulernen. Die letzten Tage verbrachten wir in Saigon. Hier betreuen die Oblaten ein Waisenhaus mit 82 Kindern im Alter von vier bis 16 Jahren, die aus armen Familien stammen. Sie wohnen in einfachen Häusern inmitten eines dicht besiedelten Gebiets. Eine Besprechung mit dem Delegationsoberen und seinem Rat und die Teilnahme an der Primizmesse unseres Mitbruders P. Joseph Martin Vuong beendeten unser Reiseprogramm.

Ich bin sehr dankbar, dass ich die Arbeit der Oblaten in Vietnam und die Menschen, für die sie sich engagieren, kennenlernen durfte. Man hat uns während der zwei Wochen immer das Gefühl gegeben, zu Hause zu sein. Ich empfinde tiefe Dankbarkeit, dass es so viele Oblatenberufungen in diesem Land der vielen Kontraste gibt.

Vietnam ist ein Land der Mission, und die Oblaten sind Missionare unter den Ärmsten und Verlassensten. Der heilige Eugen von Mazenod wäre stolz auf seine Söhne in Vietnam!