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Mazenodfamilie
Westsahara
Donnerstag, 19. Oktober 2023

Mission ist Teamarbeit

Sie sind auf der Flucht vor Krieg und Gewalt. Sie suchen Freiheit oder ein wirtschaftliches Auskommen und verlassen dafür ihre Heimat. Während Europa über Abschottung und Begrenzung der Migration diskutiert, sind verzweifelte Menschen auf den Weg zu uns. So auch in der Westsahara. Die Oblaten betreuen dort eine Gemeinde auf der Durchreise; Migrantinnen und Migranten auf der Suche nach einem menschenwürdigen Leben. Diese Menschen brauchen dringend Unterstützung, die die Oblaten vor Ort leisten.

Die Oblaten in der Westsahara sind nur eine kleine Gruppe. Sie stellen das Personal der Apostolischen Präfektur Westsahara. Ihr Missionsgebiet liegt an der Atlantikküste Nordafrikas, zwischen Marokko und Mauretanien. Völkerrechtlich ist das Gebiet umstritten und wird von Marokko beansprucht. Die Unabhängigkeitsbewegung Frente Polisario hingegen tritt für die Eigenstaatlichkeit ein.

Katholische Christen sind eine sehr kleine Minderheit, die sich auf zwei Gemeinden in den rund 500 km voneinander entfernten Städten Dakhla und El Aaiún konzentriert. Betreut werden die Gemeinden von drei Oblatenmissionaren. Drei Missionare auf einem Gebiet, das flächenmäßig etwa Großbritannien entspricht, sind nicht viel. Als Teil einer internationalen Gemeinschaft wissen sie sich von den Schwestern und Brüdern der Mazenodfamilie unterstützt und ermutigt. Ganz konkret hat sich das in diesem Jahr gezeigt.

Der gefährliche Weg nach Europa

Die Oblaten vor Ort beobachten immer mehr Migrantinnen und Migranten in ihrem Gebiet. Die Menschen versuchen von der Atlantikküste über die Kanarischen Inseln nach Europa zu gelangen. Gründe dafür sind die strickten Kontrollen an der nordafrikanischen Mittelmeerküste, die eine Flucht dort immer schwieriger machen.

Hinzu kommt, dass viele Migrantinnen und Migranten hoffen, in der Westsahara leichter Arbeit zu finden, um die Weiterreise zu finanzieren. Das erweist sich in den allermeisten Fällen als Trugschluss. Viele werden Opfer von Gewalt, Ausbeutung und sexuellen Übergriffen.

Unter den Migrantinnen sind oft auch Schwangere oder alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern. Besonders Kinder und Jugendliche leiden unter der Fluchtsituation und den Lebensumständen. Ihnen und ihren Müttern zu helfen, hat für die Oblatenmissionare Priorität.

Um diese Hilfe zu ermöglichen, haben die Oblaten ein Projekt ins Leben gerufen, bei dem sie mit Gruppen und Organisationen vor Ort zusammenarbeiten. In drei Städten können Migrantinnen und Migranten nun Hilfe und Informationen erhalten.

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Alternativen zur Flucht aufzeigen

Ziel des Projektes ist es, die Lebenssituation der Migrantinnen und Migranten zu verbessern, die in der Westsahara auf eine Weiterreisemöglichkeit warten. Dazu braucht es dringend medizinische Versorgung, menschenwürdige Unterbringung und ein gutes Beratungsangebot. Die Oblaten wollen auch eine Alternative zur Fortsetzung der Flucht bieten. Dazu geben sie Ausbildungsbeihilfen und helfen bei der Gründung von Kleinstunternehmen.

Daneben machen sie die Flüchtlinge auf die Probleme der Migration nach Europa aufmerksam. Dazu gehört auch, sie auf bestehende Alternativen hinzuweisen und zu ermutigen, sich in der Westsahara eine neue Existenz aufzubauen. Nur so können Migrantinnen und Migranten vor dem lebensgefährlichen Weg über das Meer, der Ausbeutung durch Schleuser und einer ungewissen Zukunft in Europa bewahrt werden.

Die Apostolische Präfektur in der Westsahara hat keine finanziellen Ressourcen. Deshalb sind die Missionare dringend auf Unterstützung angewiesen. Spenden von Wohltäterinnen und Wohltätern der Mazenodfamilie in Deutschland haben es ermöglicht, die Arbeit mit Migrantinnen und Migranten im laufenden Jahr zu finanzieren.

Das hat einmal mehr deutlich gemacht, dass Mission Teamarbeit ist. Im Namen der Missionare in der Westsahara und vor allem im Namen der Menschen, die mit den Hilfsprogrammen unterstützt werden, danken wir für die Großherzigkeit und das Interesse, das gerade auch die Leserinnen und Leser des Weinbergs gezeigt haben. Nur dank dieser Unterstützung ist Mission möglich.

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