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Donnerstag, 25. April 2024
Zahlen, Daten, Fakten zum Ehrenamt

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Jeder Einzelne, der sich ehrenamtlich engagiert, ist für mich so eine Art Fixpunkt, einer von ganz vielen Pfeilern, die unsere demokratische Gesellschaft tragen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier beim Ehrenamtstag 2023

Was ist Ehrenamt?

Ehrenamt meint eine Aufgabe, die im Interesse des Allgemeinwohls geleistet wird, bei der die Arbeit weitgehend unentgeltlich ist und die in einem gewissen Maße im öffentlichen Raum stattfindet.

Weitgehend unentgeltlich, weil eine Aufwandsentschädigung erfolgen kann, etwa wenn ein Mitglied eines Stadtrats Sitzungsgelder erhält. Die Pflege der eigenen Eltern geschieht auch unentgeltlich und ist auch im Interesse des Allgemeinwohls, betrifft aber die Öffentlichkeit nicht.

Unbezahlte Überstunden im Unternehmen sind auch kein Ehrenamt, weil sie mit dem Beruf zusammenhängen und damit eine grundsätzliche Gewinnabsicht verfolgen. Der Begriff Ehrenamt ist zu ähnlichen Bezeichnungen nicht klar abgegrenzt, etwa zum freiwilligen Engagement.

Der Deutsche Freiwilligensurvey (FWS) ist seit zwei Jahrzehnten die Basis für die Berichterstattung zum aktuellen Stand und zur Entwicklung des freiwilligen Engagements in Deutschland. Er wird alle 5 Jahre erhoben. Der aktuelle Survey erfasst die Daten von 2019.

Menschen mit hoher Schulbildung engagieren sich häufiger

 

Personen mit hoher Schulbildung engagierten sich zu 51,1 Prozent; mit mittlerer Bildung zu 37,4 Prozent; mit niedrigem Bildungsstand zu 26,3 Prozent. 2019 war die Ehrenamtsquote in Ostdeutschland (inklusive Berlin) mit 37,0 Prozent nur noch 3,4 Prozentpunkte geringer als in Westdeutschland mit 40,4 Prozent. Im Jahr 1999 betrug diese Differenz noch 7,9 Prozentpunkte.

Meistens bis zu zwei Stunden im Dienst

Im Jahr 2019 wandten etwa siebzehn Prozent der Ehrenamtlichen sechs und mehr Stunden Zeit für ihre freiwillige Tätigkeit auf. Dabei zeigt sich seit 1999 ein fortlaufender Trend: Zwischen 1999 und 2019 sank der Anteil der Engagierten, die mit sechs und mehr Wochenstunden viel Zeit investierten, um 5,9 Prozentpunkte. In der gleichen Zeitspanne stieg der Anteil derer, die bis zu zwei Wochenstunden investierten (1999: 50,8 Prozent, 2019: 60,0 Prozent).

Jeder vierte Ehrenamtliche hatte 2019 eine Leitungs- oder Vorstandsfunktion inne. Engagierte übernahmen im Zeitvergleich aber anteilig immer seltener leitende Tätigkeiten. 1999 hatten 36,8 Prozent der freiwillig Engagierten eine Leitungs- oder Vorstandsfunktion inne, 2019 waren es hingegen 26,3 Prozent.

Die meisten Menschen engagieren sich im Bereich Sport und Bewegung: Dort sind 13,5% aktiv. Es folgen Kultur und Musik mit 8,6%, der soziale Bereich mit 8,3% sowie Schule und Kindergarten mit 8,2%. 8,0% der Ehrenamtlichen gaben 2019 an, sich für Geflüchtete oder Asylsuchende zu engagieren.

Headerfoto

Monique Wüstenhagen Tafel Deutschland e.V