Zeichen setzen gegen Krieg
Köln - Im mittelitalienischen Assisi kamen von Sonntag bis Dienstag Vertreter unterschiedlicher Religionen zu einem internationalen Friedenstreffen zusammen. Der Generalsekretär der katholischen Gemeinschaft Sant'Egidio, Cesare Zucconi, sieht das interreligiöse Friedenstreffen in Assisi als wichtiges Zeichen gegen die vielen Kriege in der Welt. „In einer Welt, in der der Dialog fehlt, hat man den Krieg gewissermaßen als Mittel zur Lösung von Spannungen rehabilitiert“, sagte er in Interviews mit dem Deutschlandfunk und dem katholischen Portal domradio.de. „Doch Kriege lösen keine Kriege, sondern verursachen weitere.“
Das Treffen im mittelitalienischen Assisi erinnert an das erste Gebetstreffen, das vor genau 40 Jahren für weltweites Aufsehen gesorgt hatte. Papst Johannes Paul II. hatte hochrangige Vertreter aller Religionen eingeladen, um in Assisi für Frieden zu beten.
Auch diesmal nehmen neben Vertretern unterschiedlicher christlicher Konfessionen auch Juden, Muslime, Buddhisten, Hindus, Sikhs und Vertreter anderer Gemeinschaften aus 53 Ländern teil. Darunter sind rund 380 Persönlichkeiten aus Religion, Kultur und Politik. Papst Leo XIV. musste seine Teilnahme nach seiner Lungenoperation absagen. Aus Deutschland waren unter anderen der Beauftragte der Bundesregierung für Religionsfreiheit, Thomas Rachel, der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, die lutherische Bischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt und die Pastorin Angela Kunze-Beiküfner aus Magdeburg angereist. Für den Weltkirchenrat nahm Bischof Heinrich Bedford-Strohm teil.
Zu den behandelten Themen gehörten neben dem Beitrag der Religionen zum Frieden auch die Einflüsse neuer technologischer Entwicklungen und des Klimawandels auf Konflikte.
Religionen hätten immer wieder auch „wie Benzin in Konflikten“ gewirkt, betonte Zucconi. „Wenn sie aber authentisch gelebt werden, können sie Frieden stiften und Hoffnung verbreiten.“ Der Geist von Assisi habe vor allem eine wichtige Botschaft, so Zucconi weiter: „Es gibt keinen heiligen Krieg, nur der Friede ist heilig.“ Und dieser Friede gehe alle an: „Jeder von uns kann etwas für den Frieden tun. Wir dürfen angesichts der heutigen Situation nicht resignieren. Jeder ist gefragt.“ (KNA)