Auf Christus hinweisen
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Mazenodfamilie
Donnerstag, 29. Oktober 2026

Auf Christus hinweisen

Die Oblatenmissionare blicken auf eine mehr als 200-jährige Geschichte zurück. Dennoch gibt es nur wenige aus ihren Reihen, die zur Ehre der Altäre erhoben wurden. Heiliggesprochen wurde bislang nur der Stifter der Gemeinschaft, Eugen von Mazenod. Daneben gibt es den seligen Joseph Gerard, den seligen Jozef Cebula und die seligen Märtyrer von Spanien und Laos. Abgesehen von Joseph Gerard, dem Apostel der Basothos, handelt es sich bei allen Seligen um Märtyrer, die vor allem als Teil einer Gruppe bekannt sind.

Das hängt laut Pater Thomas Klosterkamp OMI, Professor für Kirchengeschichte an der Oblate School of Theology in San Antonio (Texas), mit dem Verfahren der Heiligsprechung zusammen. Dafür ist es hilfreich, wenn relevante Gruppen sich um das Verfahren der Kanonisation bemühen. Das entspreche den Oblatenmissionaren aber nicht, so Klosterkamp.

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Der Stifter der Oblatenmissionare, Eugen von Mazenod, ist bis heute der einzige heiliggesprochene Oblate

Der einzige heilige Oblate

Eine Ausnahme sei der Stifter der Kongregation. Doch auch bei ihm haben die Verfahren sehr lange gedauert. Normalerweise liege zwischen dem Tod und der Seligsprechung eine Zeit von 50 bis 60 Jahren, so Klosterkamp. Bei Eugen von Mazenod dauerte es hingegen über 100 Jahre. Obwohl dieser 1861 gestorben sei, wurde er erst 1975 seliggesprochen. Danach brauchte es noch einmal 20 Jahre, bis er von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen wurde.

Denn selbst für die Oblaten war die Kanonisierung ihres Gründers lange Zeit kein Thema von Bedeutung. Der Orden war beim Tod Eugens französisch geprägt. Doch gerade im Mutterland der Gemeinschaft begann wenige Jahre nach dem Tod des Stifters die Verfolgung der Oblaten, die zu ihrer Verbreitung in ganz Europa führte. Danach waren dem Orden die schnell wachsenden Missionsgebiete wichtiger als die Kanonisierung Eugens. Der Charakter der Gemeinschaft sei stark priesterlich und missionarisch geprägt, so Klosterkamp: „Die Oblaten definieren sich über ihr Tun.“

Keine Verehrung um der Verehrung willen

Damit geben die Märtyrer ein besonders intensives Beispiel für die Christustreue, die alle Heiligen auszeichnet. „Was wir noch bräuchten, wäre ein Oblate, der sich für soziale Gerechtigkeit eingesetzt hat. Da gibt es eine ganze Reihe, etwa Pater Larry Rosebauer, der fast sein ganzes Leben mit den Armen auf der Straße gelebt hat“, so Pater Klosterkamp. Bei diesem gebe es aber keine Verehrung – eine Voraussetzung, um zur Ehre der Altäre erhoben zu werden.

Die Verehrung ist deswegen zentral, weil sie Ausdruck eines tiefen Gefühls im Gottesvolk ist: Das Leben dieses Menschen weist auf Christus hin. Denn Heiligenverehrung um des Heiligen willen ist in der Kirche nicht gewollt. Es geht darum, in ihm ein Modell zu haben, mit dem sich Gläubige in ihren jeweiligen Lebenssituationen identifizieren und auf Christus ausrichten können.